090 None shall Pass

Expeditionsteilnehmer
Tag 1 Bewölkt/leichter Regen

Am Nachmittag erreichen wir mit unseren Pferden den Pass der Freihändler und werden sogleich zum Zelt der Kommandanten gebracht, wo uns Major Philadris und Bretvia vom Silberbartclan willkommen heißen. Die Vorhut der Schwarzen Legion wurde bereits gesichtet; sie haben Daerons Einöde bereits erreicht und die alte Ruinenstadt, die vorher die Oger beherbergte, zu ihrem Lager erkoren. Trotz des Regens waren unsere Truppen nicht untätig; die Hügelzwerge des Silberbartclans hatten bereits 3 Verteidigungslinien errichtet:

Zuerst am Fuße des Passes einige Felsen und Holzbarrikaden, um die Formation eines heranstürmenden Feindes zu sprengen und Kavallerieanstürme zu vereiteln. Im Anschluss unzählige Fallen um unvorsichtige Feinde wissen zu lassen, dass sie hier nicht willkommen sind, an deren Ende ein Erdwall steht. Sollten beide Linien fallen, bleiben noch ein paar dutzend Felsen an den Klippen neben dem Pass, mit denen man den Pass verschütten und unseren Truppen Zeit erkaufen kann für einen geordneten Rückzug durch den Hornwald. Die meisten Freihändler waren in den Hügeln und Sümpfen im Umland positioniert, um etwaige Spione der Legion, die unsere Verteidigung umgehen wollen, abzufangen und zu eliminieren.

Ihr Anführer Iago, Willam Kräuz (vormals Mitglied des Ordens der Wildlanzen) und zwei weitere Werwölfe in Menschenform, waren im Lager. Um uns einen Überblick über die Situation jenseits des Passes zu verschaffen, berieten wir uns mit Iago und entschlossen uns das Wetter zu nutzen und einen Präventivschlag auf das Lager der Legion auszuführen. Iago würde uns zu ihnen führen, vorbei an den Routen der Kundschafter. Wenig später brachen wir im Schutze der mondlosen Nacht mit 3 unserer Pferde auf.

Tag 2 Klarer Himmel

Zur vierten Stunde des Morgens erreichten wir das Lager. Während Kung-Lok, Khelrim und ich die Pferde versorgten, kundschafteten Iago und Llombaerth deren Lager aus. Sie fanden einige verdächtige Wägen die mit Planen verdeckt waren und sogar noch schlimmer stanken als die Oger, ein bewachtes Gebäude, in dem Amphoren lagerten, und ein einsames kleineres Zelt mit einer vermummten Person davor. Wir beschlossen so viele von diesen auszuschalten, wie wir nur konnten, und uns anschließend zurückzuziehen. Wir kamen aus dem Südwesten, während Iago im Osten ein Ablenkungsmanöver starten würde um unser Vorhaben zu erleichtern.

Die Hobgoblinwachposten an der Bresche waren schnell erschlagen und auch die überraschten und umgerüsteten Halboger und Oger konnten unseren Vormarsch durch das im Chaos versinkende Lager nicht aufhalten. In der Mitte angekommen sahen wir drei überraschte schwarzgekleidete Gestalten (ein weißer Drakonier, 2 etwa halblingsgroße Humanoide, vermutlich Schergen des schwarzen Alchemisten), die panisch versuchten die Plane von einem der Wägen zu entfernen. Mit einem gekonnten Feuerball verwandelte Ludovic zwei dieser zu Asche, nur ein Halbling duckte sich schnell genug von der Feuersbrunst weg. Die brennende Plane enthüllte ein schreckliches Ungetüm, das Magister Wahr als Otyugh identifizierte, das vor Schmerzen schrie. Es waberte auf drei stämmigen Beinen, dick wie die eines Elefanten, aus seinem Maul ragten unzählige vergilbte Zähne, und zwei Tentakel mit dünnen, nadelartigen Vorsätzen an Spitzen fuchtelten wirr herum. Ein Befehl des Halblings auf Drakonisch hetzt sie auf uns, doch sie war uns bei Weitem nicht gewachsen. Ein weiterer Feuerball sprengte das Amphorenlager, aus dem als Zeichen unseres Erfolgs ein wabernder schwarzer Rauch aufstieg. Getaner Dinge zogen wir uns zur Bresche zurück, wurden aber von den Schattenklauen überfallen. Diese fünf Ekel, die Avery und Fo einst aufgelauert hatten, haben sich aber maßlos überschätzt, was 3 ihrer Mitglieder schmerzhaft erfahren würden. Ein Halbelf, der eine waffenlose Kampfform pflegte, fiel dem heiligen Griff Corlovans und Llombaerths Armbrust zum Opfer. Ein menschlicher Assassine mit cyranischem Dialekt, wurde von Kung-Lok im Einzelkampf enthauptet und sein Bruder, ebenfalls ein Assassine, wurde auf seiner Flucht vor den meisterhaften Degenkünsten Ludovics von Kung-Loks herangaloppierenden Schlachtross überrannt. Wir entkamen ungehindert durch die südwestliche Bresche. Kurz darauf ging die Sonne über den Hügeln auf. Dies war wahrlich eine Nacht, die die Schwarze Legion und die Schattenklaue so schnell nicht vergessen wird. Die Verteidiger des Passes waren erfreut über diese guten Nachrichten. Doch wir zogen uns erschöpft in ein Zelt der Garnison zurück.

Tag 3 Klarer Himmel

Die Antwort der Legion ließ nicht lange auf sich warten. Zu Mittag sammelten sich bereits die Reste der Vorhut vor dem Pass, warteten aber bis zum Einbruch der Nacht um anzugreifen. Neben der Hauptstreitmacht aus Hobgoblins waren ihnen noch drei Dutzend Halboger, ein Dutzend Oger sowie ein Otyugh verblieben. Geführt wurde die Streitmacht von einer Feuerriesin mit einem beeindruckenden Zweihänder und feuerroten Zöpfen. Ludovic vermutet, dass unser gestriger Überfall die Vorhut in eine derart missliche Lage gebracht hat, dass nur noch die Eroberung des Passes vor dem Eintreffen der Hauptstreitmacht den Zorn der Legionsführer mildern vermag.

Wir positionierten uns gemeinsam mit den Zwergen des Silberbartclans an der vordersten Front, sehr zentral wo wir den schlimmsten Ansturm der Bestien vermuteten. Lediglich Llombearth war auf den Klippen bei den Elfen um uns von dort aus zu unterstützen.

Ihre Kriegsmaschinen begannen die letzten kümmerlichen Reste ihrer Amphoren auf uns zu schießen, aus denen überraschender Weise schwarze Schleimkreaturen sich bildeten, die aber kaum Probleme darstellten, da wir in weiser Voraussicht den Großteil verbrannt haben. Die Riesin, verzaubert von einigen Magiern, die sofort flohen, schien wie von Sinnen zu sein. Kaum hatte sie auf ihren verbündeten Otyugh eingeschlagen, preschte sie wie von allen guten Geistern verlassen auf Llombaerth zu, der sie dann beschäftigte.

Die Bestien zahlten einen hohen Blutzoll um die ersten Barrikaden zu überwinden und die langsam zurückfallenden Zwerge lockten sie durch die Fallen am Hang, in die sich diese hirnlosen Kretins nur zu gern warfen. Ludovic fiel gemeinsam mit den Zwergen zurück, während Kung-Lok, Khelrim und ich zurückblieben um eine Großzahl der Bestien zurückzuhalten und den Rückzug zu sichern. Der Otyugh, zwei schwer gepanzerte Oger, die anscheinend die Häuptlinge des anwesenden Ogerstammes waren, und die meisten Oger und Halboger fielen nach und nach unseren Hämmern und Gleven zum Opfer. Die Hobgoblins, entweder voller Angst oder Hoffnung, dass uns ihre großgewachsenen Verbündeten niederstrecken, ignorierten uns und setzen den Zwergen nach. Die Freihändler wüteten in ihren Reihen wie Avatare des Bestienlords selbst, doch ohne Silberwaffen waren die Hobgoblins ihnen schutzlos ausgeliefert.

Inzwischen ließ die Riesin von Llombaerth ab und schlug eine Bresche für ihre Hobgoblinschergen in den Wall. Kaum hatte sie ihr Ziel erreicht, sah sie voll Zorn wie Khelrim ihre faulige Monstrosität erschlug und Kung-Lok und ich die verwunderten Hobgoblins schon in die Zange nahmen und stürmte auf uns zu. Doch unserem Kampfgeschick war selbst sie nicht gewachsen und brach schließlich zusammen. Die ungläubigen Hobgoblins flohen beim Anblick ihrer toten Anführerin, bis auf einige wenige, die umringt von unseren Truppen bald ihre Leben an Axt und Speer verloren.

Unsere Truppen und meine Mitlanzen rieben noch einige fliehende Hobgoblinverbände auf, während ich in die Nacht stürmte um nach Iago und William zu suchen, die sich bereits während des Angriffes der Riesin gelöst hatten, um Lisidris aus Vaar zu verfolgen, der sich nie aus der Dunkelheit jenseits der Schlacht hervorgewagt hatte.

Ich fand sie als sie Graumann, in Form eines Hobgoblins, und 2 schon recht mutlose Hobgoblins, die diesen verteidigten, angriffen. William war anscheinend gelähmt durch die Magie Graumanns. Ich schaffte es die Magie zu brechen und ihn zu befreien. Während Iago einen der Hobgoblins zerriss und ich mit Graumann rang, flog ein versilberter Pfeil durch die Nacht und streckte ihn nieder. Iago und ich konnten nur zusehen wie Lisidris, dieser vermaledeite Feigling, dann mit einem versilberten Schwert aus der Dunkelheit stolzierte und William enthauptete. Da sie sich bewusst aus der Schlacht fernhielten waren sie noch frisch und Iago und ich konnten sie nicht überwältigen. In ihrem verdrehten Hochmut zogen sie sich dann zurück, nicht aber ohne Drohungen und Flüche, die in diesem Bericht nichts verloren haben, zu äußern und Williams leblosen Kopf nachzuwerfen.

Ich schaffte es Iago zu beruhigen und mit den letzten Resten meiner Magie seine schlimmsten Wunden zu schließen. Als ich den schwerverletzten Iago in Sicherheit gebracht hatte, ging ich noch einmal zurück um Williams Leiche zu bergen, da ich mich weigere eine Mitlanze, sei es auch nur eine ehemalige, dort zurückzulassen wo Oger oder noch schlimmeres sich über seine sterblichen Überreste hermachen.

Kaum hatte ich mir seine Leiche über die Schulter geworfen erblickte ich sie, den Fackelzug der Hauptstreitmacht. Mit meiner ausgezeichneten Sicht im Dunkel erkannte ich dutzende Figuren, die den Tross überragten, wahrscheinlich ebenfalls Feuerriesen, sowie einen Schatten, der über ihnen kreiste und beim Anblick der fliehenden Hobgoblins ein markerschütterndes Brüllen ausstieß. Sofort rannte ich zurück zum Pass, übergab William dem sichtlich dankbaren Iago und gemeinsam evakuierten wir den Pass. Zwei tapfere Zwerge und Elfen, sowie Kung-Lok und ich blieben zurück, um nach dem Abzug die Felsen zu lösen und damit den Pass zu blockieren. Alsbald lösten wir den Steinschlag aus und ich konnte noch einen Blick auf ihre Späher erhaschen. Im Gegensatz zu den rothäutigen Hobgoblins auf ihren Riesenziegen, die für die Vorhut als Kundschafter tätig waren, waren diese zehn Humanoide mit blasser Haut und buntem Federschmuck auf ebenfalls bunten, straußenartigen Kreaturen unterwegs. Sie hatten offensichtlich keine besondere Nachsicht, da sie Fackeln mit sich trugen. Genaueres konnten wir nicht in Erfahrung bringen, da wir in unserem erschöpften Zustand keine Konfrontation riskieren wollten. Bald schlossen wir uns dem Rest der Truppen an und zogen uns durch den Hornwald zurück.

Wichtige Hinweise zur Legion

Ihre Amphorengeschosse enthalten schwarze Schleimmonster, die alles außer Erde und Stein zu zersetzen scheinen. Ich empfehle den Bau weiterer Kriegsmaschinen, die ihre Katapulte auf große Distanz zerstören können.  Ansonsten werden sie diese Kreaturen in der ganzen Stadt verteilen.

Sie sind mit Riesen, Ogern und Halbogern im Bunde und haben wahrscheinlich auch noch weitere Otyugh. Ein Drache zieht wahrscheinlich ebenfalls mit ihnen mit.

32 tapfere Seelen gaben ihr Leben für diesen Sieg, unter ihnen William Kräuz, wir werden ihr Opfer nicht vergessen. Mögen sie hinter dem letzten Tor ihren Frieden finden.

Gezeichnet Ofreg Silberhand,

demütiger Diener des Platindrachen und Wildlanze

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