091 In den Schattenschlund

Expeditionsteilnehmer
Tag 1 Sonnig

Vier herzlose geldg

Wir begannen unsere Expedition im Lager der Shelva, die eifrigst ihr ehemaliges Zeltlager in ein Dorf aus Holzhütten verwandelten. Arethusa trat an uns heran und erzählte uns von den Legenden, die über den Chorr existieren. Der König des Waldes, wie die Westelfen ihn ebenfalls nennen, soll angeblich ein elfischer Magier sein, der vor langer Zeit aufgrund seiner Hybris von der Allwissenden verwunschen wurde. Eine andere Version sieht den Chorr als einen Wächter eines Portals, das in das Reich der Toten führt. Sein Lager wird 4 Tage westlich von hier in einer Höhle vermutet, doch Arethusa warnte uns eindringlich nicht den direkten Weg durch die Wälder dorthin zu nehmen. Dazwischen liegt nämlich das Land des ewigen Herbstes, ein verwunschener Wald in dem die Jahreszeit niemals wechselt und Pflanzenwesen (von denen wir vermuten, dass sie Dryaden sind) sich selbst und alle Eindringlinge in ihren Wald bekriegen.

Wir nahmen uns diesen Rat zu Herzen und entschlossen uns das Land des ewigen Herbstes südlich zu umrunden. Unsere Reit- & Packtiere ließen wir bei den Elfen zurück. Centrillin hingegen machte sich auf den Weg zu den Calad, um bei ihnen nach dem Rechten zu sehen. Er wirkte enttäuscht, dass wir aufgrund der Bedrohung durch die Schwarze Legion nicht in der Lage sind die militärischen Ressourcen für die Befreiung Severandells bereitzustellen.

Nach einem Tagesmarsch schlugen wir unser Nachtlager südlich des Landes des ewigen Herbstes auf. Im frühesten Morgen, während der Nachtwache von Alaia und mir, spürten wir plötzlich, dass irgendetwas außerhalb von Olafs magischer Hütte uns beobachtete. Aus der Richtung des Landes des ewigen Herbstes schien ein unnatürliches Leuchten, das gleichzeitig nah & fern wirkte, doch es verschwand genauso rasch wie es erscheinen war. Ich beschloss nach dem Rechten zu sehen und verließ kurz die Kuppel. Ich ging keine 100 Fuß, da erschien plötzlich Blitzkralle, Olafs Eule. Ich entschloss mich zurückzugehen, der Rest der Gruppe war jedoch besorgt, da ich für sie 10 Minuten lang verschwunden war und nicht auf ihre Rufe geantwortet hatte, weshalb sie mir Blitzkralle hinterhergeschickt hatten. Verwirrt zogen wir uns in die magische Kuppel zurück.

Tag 2 Regen

Im gedämpften Licht der Morgensonne folgten wir meinen Spuren aus der Nacht. Die Spuren schienen nach 50 Metern immer größere Abstände einzunehmen, als ob ich gelaufen und weit gesprungen wäre, und hörten dann abrupt auf. Ea konnte die Präsenz unzähliger Feenwesen im nördlichen Herbstwald feststellen und wir beschlossen in Zukunft einen weiten Bogen um Wald zu machen, um zukünftigem Schabernack zu entgehen. Nichtsdestotrotz setzen wir unsere Reise fort.

Tag 3 Leichter Regen

Nach einem weiteren Tagesmarsch in Richtung Nordwesten suchte Ea für uns einen geeigneten Lagerplatz für die Nacht. Diesen fand sie bei einer Waldquelle, an der sich jedoch ein Panther mit goldenen Augen aufhielt, der sie aber nur wie ein Götze anstarrte. Als Ea uns holte, um den dieses kuriose Tier zu untersuchen, war es spurlos verschwunden. Olaf konnte durch sein Hellsehen einen Blick aus der Luft erhaschen. Im Nordwesten sind einige sanfte Hügel, im Osten ist das Land des ewigen Herbstes, in dem unglaublich große herbstfarbene Laubbäume gedeihen. Im Süden bilden Berge eine natürliche Grenze zu Severandell, doch beunruhigender ist das weite Gebiet im Südwesten, das erfüllt ist von den verkümmerten Resten abgestorbener Bäume. In der Nacht war Ea äußerst unruhig. Sie sah die Augen des Panthers in der Nacht und nicht einmal meine göttliche Magie konnte ihre Angst mindern. Erst nach mehreren Minuten guten Zuredens ließ ihre panische Angst nach.

Tag 4 Gewitter

Wir marschierten weiter Richtung Hügel und uns fiel der Mangel an Fußspuren größerer Tiere auf. Während der Reise sah Alaia ebenfalls den Panther und wies ähnliche Symptomatik wie Ea am Vortag auf. Während der Suche nach einem Lagerplatz entdeckte Ea einen 9 Meter großen gehörnten Schatten, dem sie jedoch unentdeckt entkommen konnte. In der Nacht jedoch wurden fast alle von uns von einem im Schatten gewundenen Wesen in einen kollektiven Albtraum gezogen. Es wirkte wie eine grauenhafte Amalgamation aus Bär, Panther und Hirsch. Besonders auffällig war sein großes drittes Auge auf der Stirn und sein mächtiges Geweih. Kaum hatten wir diese Traumkreatur niedergestreckt, regenerierte sie sich und drei weitere Kreaturen ihrer Art preschten durch den Wald zu uns. Zum Glück vermochte Alaia uns zu wecken bevor es zu einer Konfrontation mit dem Rudel kam. Nicht auszudenken was mit einem geschieht, der in einem derartigen Traum stirbt.

Ich ersuchte Corlovans Weisheit, ob dieser Chorr vielleicht nur
ein fehlgeleiteter Wächter war, der uns von einem Portal zur Totenwelt fernhalten wollte. Der Platindrache bestätigte jedoch unsere Vermutung, der Chorr war ein Unhold, den es zu vernichten galt.

Tag 5 Bewölkt

Wir konnten die Kreatur, die Ea gestern begegnet war, stellen. Es war ein 9 Meter großer Affe mit Hörnern, die sich wie bei einem Steinbock nach hinten wanden. Ea spürte, dass dies zwar ein Feenwesen war, aber es auch dämonische Verderbtheit in sich trug. Gemeinsam mit seiner etwas kleineren Partnerin suchte der Affe nach Futter und wir konnten ihnen anschließend mit Abstand zu ihrem Nistplatz, einer Lichtung die sie anscheinend selbst geschaffen haben, folgen und ihnen im Schlaf auflauern. Unser Überraschungsangriff verletzte das Weibchen schwer, es konnte aber mit letzter Kraft fliehen. Das Männchen jedoch stürzte wutentbrannt auf uns zu und wurde von uns gefällt. Zu erwähnen sei, dass es sich durch Schatten teleportieren konnte. Im Tode schrumpfte der Affe auf die Größe eines normalen Gorillas zurück und auch die Hörner bildeten sich zurück. Wir vermuten, dass diese Tiere von korrumpierten Waldgeistern aus dem Land des ewigen Herbstes besessen waren und bei zukünftigen Reisen durch dieses Gebiet verwandelte Fauna ebenfalls ein Problem darstellen könnte.

Wir machten uns wieder gen Hügel auf. Unterwegs erschien uns allen der Panther, am Fuße der Hügel gesellte sich außerdem noch ein schwarzer Hirsch mit goldenen Augen zu dem Panther. Arun & ich fanden riesige Klauenspuren, die dem Rest der Gruppe magisch verborgen zu sein schienen, und wir folgten ihnen durch die Hügel.

Plötzlich umkreisten uns der Panther und der Hirsch, und plötzlich hatten beide ein drittes goldenes Auge auf der Stirn. Arun konnte den Panther sogar berühren, während ich mit Flammen den Hirsch verbrannte. Nichtsdestotrotz waren die beiden Tiere von nun an Wegbegleiter unserer Gruppe. Unbeirrt von ihnen erreichen wir eine Höhle, in der die Schatten am Rand des Eingangs das Tageslicht selbst zu verschlingen und dämpfen zu schienen. Mutig wagten wir uns hinein und fanden am Ende der linearen Höhle eine breitere Kaverne. Hier fanden wir ein Skelett, das sich vom Alter schon bei Berührung auflöste, gekleidet in eine elfische Robe. Neben unzähligen seltenen und wertvollen alchemistischen Zutaten fanden wir auch noch eine Schriftrolle und einen magischen Dolch.

Als wir die Höhle verlassen wollten, versperrten der Hirsch und der Panther unseren Weg.  Sie überlagerten sich und verschmolzen zu einer Kreatur, die wir bereits in einem Alptraum bekämpft hatten, den Chorr, der sofort auf uns losging. Neben seiner unbändigen bestialischen Wut, setzte uns auch sein magisches drittes Auge zu, das allerlei Zustände, von Übelkeit über Trance bis zur Paralyse, in uns tapferen Wildlanzen verursachen konnte. Dennoch war es uns nicht gewachsen und ging zu Boden als ein Strahl göttlicher Magie das Monster durchbohrte. Wir beschlossen seinen konservierten Kopf und die Zutaten für Magister Wahr mitzunehmen und die Höhle zu verlassen. Diese Höhle schien in der Tat ein Portal in das Reich der Schatten und Toten zu sein. Die mächtige Magie dieses Ortes unterband auch unsere Ritualmagie. Wir beschlossen sie Schattenschlund zu nennen und hoffen, dass nie wieder eine derartige Kreatur von dort entkommt.

Tag 9 Sonnenschein

Wir erreichten das Dorf der Shelva, die uns als Helden empfingen. Die Stimmung im Dorf war ausgelassen. Centrillin war inzwischen ebenfalls von seiner Mission zurück. Den Calad geht es den Umständen entsprechend.

Empfehlungen an den Kommandanten

Nachdem wir die Schwarze Legion zurückgeschlagen haben, wird uns im Westen einiges an Arbeit erwarten. Neben der Rückeroberung von Severandell von den Roten Goblins haben sich andere Krisenherde aufgetan. Die dämonifizierten Feen des Landes des ewigen Herbstes sind eine Bedrohung für den ganzen Kontinent. Jedwede dämonische Präsenz muss aus diesen Land getilgt werden bevor sie sich weiter ausbreiten kann.

Des Weiteren besorgt mich der weite Landstrich mit den abgestorbenen Bäumen südwestlich von dort. Nur die übelste Sorte von Magie vermag das Land derartig zu korrumpieren. Wir sollten bei Zeiten einige Lanzen als Kundschafter ausschicken.

Gezeichnet Ofreg Silberhand,

demütiger Diener des Platindrachen und Wildlanze

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