Hochzeiten in Selva

Hochzeiten auf Arbon werden je nach Region und religiöser Zugehörigkeit sehr unterschiedlich gefeiert. Allerdings gibt es ein paar Themen, die so gut wie immer Anwendung finden. Diese sind die “Verbindung” der Brautleute, üblicherweise indem eine Schnur oder ein Tuch um zB. die Hände der Beiden geknüpft wird, um den Bund der Ehe zu Symbolisieren. Nur ein wenig seltener ist auch der Brauch, dass die Eheleute eine symbolische Handlung gemeinsam zu bestreiten haben. Hochzeiten, die einem der Götter gewidmet sind, haben weitere häufige gemeinsame Merkmale, die hier weiter aufgeführt werden.

Der Platindrache

Hochzeiten des Platindrachens wirken von außen häufig martialisch, obwohl alle Kämpfe üblicherweise eher gespielt als ernsthaft ausgeführt werden. Zu Beginn der Zeremonie bekommt jeder Teilnehmer eine symbolische Waffe. Bei einfachen Gemeinden sind das üblicherweise Weidenruten oder ähnliches, bei Offiziershochzeiten werden durchaus auch Trainingsschwerter verwendet. Nach einer Lesung aus den Schriften werden die Brautleute getrennt, von den übrigen Gästen umzingelt (wobei es sich eingebürgert hat, dass die Verwandtschaft der Braut den Bräutigam umzingelt und umgekehrt) und “angegriffen”. Ab diesem Zeitpunkt haben die Brautleute drei Optionen:

  • Man kann einen Tod im Kampf schauspielern. Falls man es sich doch anders überlegt haben sollte, ist dies die ehrenhafte Variante, doch von der Ehe zurückzutreten. Die Zeremonie endet nach einer Entschuldigung des “Verstorbenen” an seine/n Versprochene/n, wieso es doch nicht geht, üblicherweise ohne üble Nachrede aller Seiten.
  • Man kann die Waffen zu Boden werfen und aus dem Tempel fliehen. Dies ist die schandhafte Variante, obwohl die Schande nicht auf dem Geflohenen, sondern auf dem verbliebenen Ehepartner ruht. Diese Variante wird nur genommen, falls man durch List oder Nötigung zur Ehe gezwungen wurde.
  • Die Eheleute können sich durch ihre Angreifer zueinander kämpfen und kämpfen fortan Rücken an Rücken. Ab diesem Zeitpunkt werden die Angreifer keine Chance mehr haben und den Kampf verlieren. Der Priester verkündet, dass man im Leben mit einem Partner an seiner Seite immer bessere Chancen hat, und dass die beiden Eheleute von nunmehr sich gegenseitig mit ihrem Leben verteidigen werden. Ab diesem Schlusssatz wird die Ehe als gültig gesehen.

Es sollte angemerkt werden, dass die Anhänger des Platindrachens auf die übliche “Verbindung” verzichten, da die Waffenbruderschaft als stärkste mögliche Verbindung zwischen zwei Personen angesehen wird.

Narrenspiel

Hochzeiten des Narrenspiels wirken für Uneingeweihte öfters sehr abstrakt. Die Einladung der Hochzeitsgäste wird nicht durch die Brautleute, sondern durch den Priester vollzogen und geschieht üblicherweise nach dem Zufallsprinzip. Jeder Gast wird angehalten, eine Maske mitzubringen, die ihn symbolisiert. Diese können durchaus einfach oder abstrakt sein, sollten jedoch für Mitglieder der Gemeinde eben erkennbar sein. Der Priester selbst bringt ebenso eine Maske mit. Diese Masken werden unter allen Anwesenden verlost, und für den Rest der Zeremonie nimmt jeder die Rolle der Person ein, deren Maske er trägt.

Der “Priester” (also derjenige, der die Maske des Priesters gezogen hat) muss die “Brautleute” (ebenfalls die Personen, die deren Masken haben) trauen. Da es das Narrenspiel mit Riten nicht so ernst nimmt, und unter der Maske meistens ein Laie steckt, ist der Ablauf höchst variable, obwohl er immer damit endet, dass der “Priester” die “Brautleute” mit einem bunten Tuch verbindet. Danach haben die “Brautleute” die Aufgabe, gemeinsam unter der versammelten Gesellschaft die echten Brautleute zu finden. Wenn sie das gemacht haben, legt die versammelte Gemeinde die Masken ab. Es folgt eine Ansprache des Priesters, dass sie von ihren Masken gefunden worden und sich nicht mehr voreinander verstecken können. Hiermit ist der formelle Teil der Hochzeit vollendet, obwohl danach meist ein fließender Übergang zu einer ausgelassenen Feier folgt.

Die Große Mutter

Goldenhand

Hochzeiten im Namen Goldenhands finden stets früh morgens, zu Sonnenaufgang, statt. An schönen Tagen bevorzugt im Freien, sodass man die Strahlen der aufgehenden Sonne auch spüren kann. Mit dem Aufgang der Sonne verbindet man den Anfang eines neuen Kapitels im Leben der zu Trauenden. Traditionell wird dabei, ein großes Prisma, das Licht bricht und so alles in einen regenbogenfarbenen Schein taucht, zum Zentrum der Zeremonie. Nachdem der Priester einige Worte, die stets in Versmaß gefasst sind gesprochen hat, sind die Gäste angehalten in künstlerischer Form, sei es gesungen, gedichtet oder gemalt, auszudrücken, was sie den zu Vermählenden wünschen und mitgeben wollen. Schließlich sollen die beiden Eheleute ebenso in einer Kunstform ihre Schwüre darbringen, bevor der Priester, wieder mit einigen Worten in Versmaß die Zeremonie schließt.

Danach wird ausgelassen gefeiert und gesungen. Oft werden auch improvisierte Lieder vorgetragen, Tänze neu improvisiert und neue Gedichte geschrieben.

Das Licht des Prismas gilt dabei als “Offenbarung”, die alle Schatten von Geheimnissen verschwinden lässt und die Eheleute tief in die Seele des Anderen blicken lässt. Es gilt als zutiefst verpönt, die Augen vor dem Licht zu verschließen oder zusammenzukneifen, da man selbst vom Licht ja nichts zu befürchten habe.

Der Lord des Letzten Tores

Partnerschaften im Zeichen des Lords sind eine ernste Angelegenheit, und selbst unter seinen Priestern ist es eher unüblich, in seinem Namen zu heiraten. Die Zeremonie wird entsprechend der generellen lokalen Tradition abgeschlossen. Danach schreiten die Brautleute zusammen durch ein aufgebautes Tor, und die Zeremonie wird ein zweites Mal wiederholt, um zu symbolisieren, dass man sich auf ewig bindet, und nicht nur für dieses Leben. Naturgemäß ist dies das wohl stärkste Bund, auf das man sich einlassen kann.

Die Königin des Waldes

Als Teil der Zeremonie wird vom Brautpaar ein Baum gepflanzt, den sie in Zukunft hegen und pflegen sollten. Für wirklich Gläubige ist es üblich, auch bei einem Umzug diesen Baum auszugraben und mitzunehmen. Sollte der Baum sterben, wird das als Zeichen gesehen, dass die Zeit dieser Ehe abgelaufen ist und sich die beiden bisherigen Partner wieder auf die Suche nach Anderen machen sollten, wie es im Großen Kreislauf nun auch üblich ist. Sollte ein Partner verwitwet werden, wird er üblicherweise auch von einer neuen Partnerschaft absehen, solange der Baum noch lebt.

Der Sturmlord

Hochzeiten des Sturmlords sind informelle und spontane Angelegenheiten. Der Bräutigam ruft seiner Braut zu, ob sie ihn heiraten will, sie antwortet mit “Ja”. Das wird zweimal wiederholt. Sofern dabei Zeugen anwesend waren, gilt die Hochzeit als bindend. Scheidungen können ebenso publik durch eine dreifache Ansage einseitig ausgesprochen werden. Es ist verpönt, wenn sich Eheleute im ersten Jahr trennen oder wenn sich ehemals Geschiedene wieder binden – Man muss schließlich mit den Konsequenzen seiner Aktionen leben.

Die Allwissende

Dem Brautpaar wird ein dicker Foliant mit leeren Seiten überreicht. Die Seiten müssen beide gemeinsam im Laufe ihres Lebens füllen, beginnend mit dem Schwur keine Geheimnisse voreinander zu haben.

Es gilt als Scheidungsgrund, wenn Nachkommen sich nicht spätestens nach dem dritten Lebensjahr selbst in das Buch eintragen können.

Die dunklen Götter

Über die Riten der dunklen Götter ist wenig bekannt, da keiner bereit ist, von seinen Erfahrungen zu berichten, um nicht der Ketzerei angeklagt zu werden.

Der Bestienlord

Die Brautleute reichen sich eine Hand nach Wahl. Die Hände werden durch fest verknotete Schnüre miteinander verbunden und die Brautleute bekommen je einen Dolch in die freie Hand. Danach werden sie in einer Arena mit einer wilden Bestie ihrer Wahl konfrontiert, die sie bezwingen müssen. Dabei gilt die Ehe als vielversprechender, wenn eine gefährlichere Kreatur geschlachtet wird. Umgekehrt ist es eine große Schande, wenn der Sieg zu einfach war. Ein Verlust und damit der Tod der Brautleute wird als Zeichen gesehen, dass sie zu schwach waren, um Nachwuchs zu zeugen.

Die Lady der Schleier

Zu den Riten der Lady der Schleier ist leider gar nichts bekannt. Es wird vermutet, dass diese Geheimnisse sehr streng gehütet werden.

Möglicherweise wird wie bei der Zeremonie der Allwissenden ein Buch überreicht welches allerdings hier mit schweren Schlössern versehen ist.

Schwarzfaust

Eine Hochzeit im Zeichen der Schwarzfaust wirkt auf den ersten Blick ähnlich einer Platindrachenhochzeit. Auch hier werden die Brautleute bewaffnet, üblicherweise mit Hiebwaffen, mit denen man seinen Gegner zwar bewusstlos schlagen kann, mit denen das allerdings sehr zeitaufwändig wäre. Hier kämpfen die Brautleute gegeneinander, bis sich entweder einer dem andere unterwirft oder bewusstlos zu Boden geht. In beiden Fällen nimmt das frische Paar den Familiennamen des Siegers an. Dieses Ritual wird jedes Jahr zum Hochzeitstag wiederholt, daher kann sich der Name einer Familie durchaus mehrmals ändern.

Der Fahle Reiter

Was genau bei diesen dunklen Zeremonien passiert, wagen sich die zivilisierten Völker kaum vorzustellen. Meistens wird als Tribut für die Ehe ein Verwandter in den Dienst des Tempels gestellt (also geopfert und wiedererweckt). Im Fall, dass keine Verwandtschaft vorhanden ist, wird auch ein Versprechen auf das erstgeborene Kind (sobald dieses das Erwachsenenalter erreicht hat) akzeptiert.

Der Läuterer

Hochzeiten unter dem Läuterer sind relativ einfach: Die beiden Brautleute zeichnen sich gegenseitig mit Brandzeichen. Untreue oder Scheidung resultiert öfters in einer Hetzjagd der gesamten Gemeinschaft auf die schuldige Partei, auch bei nur losen Anschuldigungen. Manche munkeln, der Läuterer duldet Hochzeiten nur in Erwartung solcher Jagdszenen.

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